Kap Arkona

Zwei Kilometer weiter nördlich von Putgarten sind Sie am nördlichsten Zipfel der Insel Rügen angelangt: Am Kap Arkona mit seinen berühmten Leuchttürmen. Als im Jahre 1815 die Insel Rügen von Schweden an Preußen übergeben wurde, schlugen pommersche Kaufleute der preußischen Regierung die Errichtung von Leuchtfeuern an verschiedenen Punkten der Ostseeküste vor. Wegen der gefährlichen Untiefen am Kap Arkona wurde hier, an der Stelle einer früheren Leuchtbarke, in den Jahren 1826/27 nach Plänen der preußischen Oberbaudeputation dieser Leuchtturm in quadratischer Grundform und Backsteinbauweise erbaut und ist heute einer der ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste. Was das dreigeschossige Gebäude zu einem interessanten Ausflugsziel werden lässt, ist neben seiner exponierten Lage auch die Aussicht auf eine Begegnung mit der Architektur des berühmten Karl Friedrich Schinkel. Der Entwurf des Turmes wird meist ihm zugeschrieben. Dieser wurde 1828 in Betrieb genommen.

Der Leuchtturm ist 19,3 Meter hoch und hat eine Feuerhöhe von 60 Meter über NN (Normalnull). Am 31. März 1905 wurde er außer Dienst gestellt und die Räume als Lager- und Diensträume genutzt. Der Schinkelturm wurde nach aufwendigen Restaurationsmaßnahmen 1993 wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Er beherbergt heute ein Museum, ist Aussichtsturm und ein begehrter Ort für Eheschließungen, als Außenstandort des Standesamtes. Der neu errichtete zweite Leuchtturm direkt daneben ist seit 1902 in Betrieb und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 zur Überwachung der Seegrenze genutzt. Der 35 Meter hohe Ziegelbau ruht auf einem achteckigem Granitsockel. Die Leuchteinrichtung besteht aus zwei Spezialglühlampen von je 1000 Watt, deren Licht durch Spiegel und Fresnellinsen noch in einer Entfernung von 22 Seemeilen sichtbar ist. Der gesamte Apparat wird durch ein Drehwerk bewegt und strahlt alle 17,1 Sekunden ein für Arkona international festgelegtes Orientierungslicht aus, das aus einer Gruppe von drei Blitzen besteht. Die Höhe des Feuers über dem Meeresspiegel beträgt 75 Meter. Die technische Einrichtung des Leuchtfeuers wurde 1996 erneuert und ist seitdem zu besichtigen und von der Galerie des Leuchtturmes hat man einen weiten Blick über die Ostsee, Wittow und die Insel Rügen.

Der ehemalige Marinepeilturm wurde 1927 in Ziegelbauweise erbaut und diente als Seefunkfeuer. Von 1911 bis 1925 waren entsprechende, damals wegweisende Versuche vorausgegangen, durch die Abstrahlung gerichteter Funkwellen die Navigation – speziell für die 1909 eingerichtete Eisenbahn-Fährlinie Sassnitz–Trelleborg – zu verbessern. Zu diesem Zweck waren innerhalb der Jaromarsburg große Antennenfelder errichtet worden. Die Fundamente der dazugehörigen Funkbetriebsstelle sind im Innenraum der Wallanlage bis heute erhalten. Die technischen Einrichtungen des Peilturms wurden 1945 zerstört.
In dem wiederhergestellte Peilturm am slawischen Burgwall finden Ausstellungen und Vorträge statt. Auch Führungen werden angeboten.