Komödie Rügen

Goethes Zauberlehrling einmal anders

„Herr die Not ist groß, die ich rief, die Geister, werd´ ich nun nicht los!“ – Viele Generationen von Schülern haben diese Ballade Johann Wolfgang von Goethes auswendig gelernt. Ein Lehrstück höchster phantastischer Dramatik um die Möglichkeiten des Menschen, seinen freien Willen im Einklang mit Vernunft und Natur auszubilden. Natur, geniale Intuition und künstlerische Phantasie, ist nichts ohne die Regeln der Vernunft und das Bemühen um Erkenntnis. Verstand und natürliche Begabung allein aber führen ebenfalls in die Irre, in den genialen Machtrausch der Übermächtigung des Natürlichen. Dieses Zusammenspiel zwischen den beiden Seiten des Menschlichen, seiner Naturgebundenheit und seiner Vernunftfähigkeit, versucht der Magier, Meister der Naturkenntnis und des Sinnlichen wie Übersinnlichen, seinem Lehrling und Buben in spannenden Dialogen und Schritt für Schritt zu vermitteln.

Um aus der Ballade vom vorwitzigen Zauberlehrling ein abendfüllendes Schauspiel zu zaubern, fügte Theatermann der Komödie Rügen, Thomas Waldkircher, weitere Texte des Dichterfürsten hinzu und kreierte so eine faszinierende Mischung aus farbenprächtigem, märchenhaftem Illusionstheater. Gewürzt mit kleinen Tanzeinlagen, einem poetischen Schattenspiel und klassischer Musik schenkt Waldkircher seinem Publikum ein ganz neues Theatererlebnis mit dem alten Goethe.
In der Figur des Zaubermeisters (Waldkircher) und des Lehrlings treffen zwei völlig unterschiedliche Lebensprinzipien aufeinander:
Hier Würde und Erhabenheit, das Streben die Welt in ihrem Innersten zu durchdringen – dort der quirlige Augenblick, stets verhaftet im Primären, wie es des Menschen Art ist. Statt strebend sich bemühen, will der Lehrling, gespielt von Anja Pirling mit koboldhaftem Humor und kraftvoller Ausstrahlung, lieber fressen wie die Schlaraffen.

Bis 30. Oktober läuft das zauberhafte Theaterstück in vier Akten noch, immer dienstags, donnerstags und samstags um 20 Uhr. Karten erhalten Sie in der Komödie Rügen, Waldstr. 4, Tel. 038308/66222, in der Kurverwaltung des Ostseebades Göhren oder auch im Hotel Hanseatic.